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Australische Geschichte für Touristen
Wichtige Daten, Kontext und Hintergründe, die Ihnen helfen, die besuchten Orte zu verstehen - von der tiefen Ureinwohnergeschichte bis zur modernen Nation.
Eine kurze Geschichte Australiens
Australien hat eine der ältesten kontinuierlichen Kulturen der Welt und eine seiner jüngsten Nationen. Ein wenig von beidem zu verstehen hilft Besuchern, die Landschaften, Gemeinschaften und Gespräche besser zu verstehen, denen sie auf der Straße begegnen.
Die ersten Völker Australiens kamen vor mindestens 65.000 Jahren an - möglicherweise viel früher - und gehören damit zu den ältesten kontinuierlichen Zivilisationen der Erde. Mehr als 500 verschiedene Sprachgruppen entwickelten sich über den Kontinent, jede mit tiefen Verbindungen zu Land, Wasserläufen und saisonalen Zyklen. Orte wie Uluru, Kakadu und die Budj-Bim-Aalfangnetze tragen diese Geschichte in physischer Form.
Niederländische, spanische und portugiesische Seefahrer kartierten Teile der australischen Küste ab dem frühen 17. Jahrhundert. Im Jahr 1770 segelte Leutnant James Cook die Ostküste hinauf und beanspruchte New South Wales für Großbritannien, benannte es Botany Bay und ebnete den Weg für zukünftige Siedlungen.
Die Erste Flotte mit 11 Schiffen kam am 26. Januar 1788 in der Sydney Cove an und gründete eine britische Strafkolonie an dem Ort, der heute Sydney ist. Dieses Datum - jetzt als Australia Day gefeiert - bleibt einer der umstrittensten Tage im australischen Kalender und wird von vielen Aborigines als Invasion Day bezeichnet.
Etwa 162.000 Strafgefangene wurden über 80 Jahre aus Großbritannien und Irland nach Australien transportiert. Viele der ältesten Gebäude des Landes - von Port Arthur in Tasmanien bis zu den Hyde Park Barracks in Sydney - stammen aus dieser Zeit und sind heute bedeutende Kulturerbe-Stätten für Besucher.
Goldfunde in Victoria und New South Wales lösten eine der größten Migrationen in der australischen Geschichte aus. Die Bevölkerung wuchs dramatisch und Städte wie Melbourne expandierten schnell. Die Goldfelder sahen auch erhebliche soziale Unruhen - am bekanntesten der Eureka Stockade von 1854, der als Vorläufer der australischen Demokratie erinnert wird.
Am 1. Januar 1901 schlossen sich die sechs getrennten britischen Kolonien zur Commonwealth of Australia zusammen. Als Kompromiss zwischen Sydney und Melbourne wurde eine neue Hauptstadt benötigt - das Ergebnis war Canberra, zweckgebaut zwischen den beiden Städten und noch immer Heimat der nationalen Institutionen Australiens.
Australien spielte in beiden Weltkriegen eine bedeutende Rolle. Die ANZAC-Landungen bei Gallipoli im Jahr 1915 wurden zu einem prägenden Moment der nationalen Identität und werden jedes Jahr am 25. April - ANZAC Day - gedacht. Das Australian War Memorial in Canberra gilt als eines der feinsten Kriegsdenkmäler der Welt.
Am 19. Februar 1942 führten japanische Streitkräfte den größten ausländischen Angriff auf australischem Boden durch und bombardierten Darwin in einer Reihe von Angriffen. Mehr als 200 Menschen wurden getötet und die Stadt wurde weitgehend evakuiert. Darwins Museen und Gedenkstätten bewahren diese Geschichte für Besucher.
Bei einem Referendum im Jahr 1967 stimmten über 90 Prozent der Australier dafür, Aborigines und Torres-Strait-Insulaner in die nationale Volkszählung aufzunehmen und der Bundesregierung Befugnisse zu geben, Gesetze für sie zu erlassen. Es ist eines der erfolgreichsten Referenden in der australischen Geschichte.
Das vom dänischen Architekten Jørn Utzon entworfene und 2007 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärte Sydney Opera House wurde 1973 nach einem berühmt turbulenten Bau eröffnet. Es bleibt eines der bekanntesten Gebäude der Welt und Australiens meistbesuchtes Wahrzeichen.
Das Urteil des Obersten Gerichtshofs hob die Doktrin der terra nullius - die rechtliche Fiktion, dass Australien vor der europäischen Besiedlung unbewohnt war - auf und erkannte die Native-Title-Rechte der Aborigines und Torres-Strait-Insulaner an. Es veränderte grundlegend die rechtliche Beziehung zwischen indigenen Australiern und dem Land.
Sydney veranstaltete die Olympischen Sommerspiele 2000, die weithin als eine der bestorganisierten Spiele in der olympischen Geschichte gelten. Die Veranstaltung stärkte Australiens internationales Profil und hinterließ ein Erbe an Sportinfrastruktur.
Australien ist eine der vielfältigsten Nationen der Welt mit bedeutenden Gemeinschaften aus ganz Asien, Europa und dem Pazifik. Fragen der indigenen Anerkennung, Versöhnung und der anhaltenden Beziehung zu Land und Kultur bleiben zentral im australischen öffentlichen Leben.